Rezensionen

[Rezension] Kristen Proby: Eine Prise Liebe

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Autorin: Kristen Proby
Übersetzerin: Gabriele Ramm
Originaltitel: Close to You: A Fusion Novel
Genre: Erotischer Liebesroman
Ausgabe: Taschenbuch, 304 Seiten
Erschienen: 10.07.2017 bei MIRA

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Das Restaurant Seduction ist Camis Ein und Alles. Gemeinsam mit ihren vier Freundinnen hat sie es zu einem Hotspot gemacht. Ihre ganze Leidenschaft steckt sie ins Seduction – bis ihre erste große Liebe nach Portland zurückkehrt. Seit Cami denken kann, ist sie in Landon verliebt. Als er nach seinem Highschool-Abschluss als Navy-Pilot ins Ausland ging, blieb sie mit gebrochenem Herzen zurück. Nun ist sie fest entschlossen, ihm auf keinem Fall ein zweites Mal zu verfallen. Doch Landon mit seinen starken Armen und seinem sanften Blick macht es ihr schwer zu widerstehen … 

(Bibliografische Angaben, Cover und Klappentext von harpercollins.de)


 

Bei diesem Buch handelt es sich um den zweiten von bisher drei Romanen rund um das Restaurant Seduction. Dieses Mal stehen Camille, genannt Cami, und Landon im Mittelpunkt. Es ist ein erotischer Liebesroman und eine entsprechende Geschichte darf man erwarten.

 

Eine starke erste Hälfte

Die Rückkehr von Landon nach seinem unfreiwilligen Ausstieg bei der Navy und die Arbeit von Cami im Seduction sind der Hintergrund für eine sehr heiße Liebesbeziehung. Obwohl beide anfangs unsicher sind, knistert es ziemlich schnell und die Autorin versteht es, heiße und abwechslungsreiche Sexszenen zu schreiben. Die erste Hälfte des Buches hat entsprechend meine Erwartungen voll erfüllt und ich war mehr als glücklich beim Lesen. Da konnte ich durchaus darüber hinwegsehen, dass sowohl Landon als auch Cami offenbar utopisch schöne Menschen sind.

In jedem Roman dieser Art gibt es irgendwann einen Wendepunkt, an dem sich ein Problem auftut, welches die beiden Liebenden erst einmal verdauen müssen. Meistens führt es zu einer kurzfristigen Trennung, die jedoch schnell genug überwunden wird. Auch hier habe ich mit einer Wendung gerechnet, sie kam tatsächlich auch und fiel wesentlich weniger dramatisch aus als befürchtet. Doch das angesprochenen Thema – näheres sage ich nicht, da ich nicht spoilern will – interessiert mich leider überhaupt nicht. Es ist durchaus üblich in Liebesromanen, doch für mich tatsächlich fast schon genug, um ein Buch aus der Hand zu legen. Das ist ein sehr eigenes Geschmacksurteil, entsprechend sollte man sich von meiner Enttäuschung in diesem Punkt nicht abschrecken lassen.

 

Zu schnelle emotionale Wechsel

Wesentlich stärker fällt für mich ins Gewicht, dass die Autorin sich in der zweiten Hälfte des Buches anscheinend keine Zeit mehr nehmen konnte. Die Wendung kommt plötzlich, wie es sich gehört, doch die beiden liebenswerten, rationalen Charaktere lösen das Problem umstandslos. Generell tauchen entlang des Weges immer wieder kleinere Hindernisse auf, die einfach viel zu schnell gelöst werden.

Beispielsweise stellt Cami zwischendurch fest, dass regelmäßig Geld in der Kasse des Restaurants fehlt. Zwischen Feststellung des Problems, Information an die Kolleginnen und schließlich der harmlosen Aufklärung vergehen ganze zwei Seiten. Die Szene hätte gut weggelassen werden können, ohne dass die Geschichte oder die Länge des Buches gelitten hätten. Uns wird zwar gesagt, dass Cami über das Fehlen des Geldes verwirrt ist und sie es auf ihre merkwürdige Müdigkeit der letzten Tage schiebt, doch da wirklich Geld fehlt, ist es eben doch keine Verwirrung und der ganze Sinn der Szene ist dahin. Problem wird aufgetan und sofort gelöst. Eine Sache, die leider immer und immer wieder auftaucht.

Allzu häufig kommt in Cami oder Landon ein Gefühl hoch, welches jeweils erst als merkwürdig und irrational empfunden wird, dann jedoch erkennen sie die tiefere Bedeutung und zwei Seiten später sind sie mit sich im Reinen und sprechen offen darüber. Das mag zwar insbesondere aus Landon einen einfühlsamen, erwachsenen Charakter machen, doch häufiger bleibe ich als Leserin zurück und frage mich, warum das Problem überhaupt erst erwähnt wurde.

 

Solide, aber unentwickelte Charaktere

Ein Liebesroman lebt davon, dass seine Heldinnen und Helden interessante Menschen sind und wir uns für ihr Glück interessieren. Cami hat mich relativ schnell von sich überzeugen können, Landon hat länger gebraucht, doch auch ihn habe ich ins Herz geschlossen. Das Problem ist nur: Cami hat offenbar tiefe Verletzungen erfahren, die es ihr unmöglich machen, Landon wirklich zu vertrauen. Dass er fortging nach Portland hat sie nie verarbeitet. Entsprechend emotional reagiert sie manchmal auf Landons Handlungen. Doch obwohl ich als Leser weiß, woher ihre Gefühle kommen, wirken sie doch zu oft zu extrem. Es bleibt flach.

Ebenso findet keine Charakterentwicklung bei den beiden statt. Gewiss, Landon lernt, dass er sich auch in seiner Heimat wohlfühlen kann, selbst wenn er die Navy vermisst, doch das ist nur bedingt eine Charakterentwicklung. Sie gehen als dieselben Menschen aus dieser Liebesgeschichte hinaus, wie sie hereingekommen sind. Das ist schade, denn gerade die Entwicklung ist es, die ich in Liebesromanen – ja, auch in den erotischen – gerne lese. Hier jedoch geschieht wenig.

 

Fazit

IMG_20170829_175031_01_01Der Liebesroman „Eine Prise Liebe“ von Kristen Proby erzählt die sehr vielversprechende Geschichte von Landon und Cami. Die Sexszenen sind heiß, die Liebe der beiden füreinander plastisch beschrieben. Darüber hinaus enttäuscht mich der Roman leider in mehrfacher Hinsicht, da sowohl die Hauptfiguren flach bleiben und viele Entwicklungen zu schnell geschehen und daher fragwürdig erscheinen. Insbesondere in der zweiten Hälfte hätte die Autorin sich mehr Zeit lassen können. Dennoch ist es ein solider Genre-Roman, der Fans der erotischen Literatur gewiss begeistern kann. Für mich ist das Buch wie ein Filterkaffee, der morgens in die Kanne tropft: Er erfüllt seinen Zweck, aber Begeisterung kann er nie auslösen.

 

Ich vergebe 3 von 5 Kaffeetassen.

 

3P

Ein Kommentar zu „[Rezension] Kristen Proby: Eine Prise Liebe

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