Selfpublishing

Self-Publishing mit Amazon KDP [1]: Wie werde ich Buchmillionär?

Auf Amazon eBooks hochladen und verkaufen ist leicht. Doch um wirklich Geld verdienen zu können, braucht es Glück – oder eine gehörige Menge Schweiß, Blut und Tränen. Nur, wer sich nicht scheut, für sich selbst Werbung zu machen und Stunden in Promotion zu stecken, wird am Ende belohnt. Soziale Netzwerke, ein klarer Marketing-Plan und Geduld sind der Schlüssel zum Erfolg.


Die Geschichte von Amanda Hocking ist unter eBook-Autoren ebenso berühmte wie jene von Anna Todd bei Wattpad-Usern. Hocking arbeitete als Altenpflegerin und schrieb nebenbei Romane, von denen sie einen im Jahr 2010 als eBook bei Amazon anbot. Bereits 2011 kündigte sie ihre Arbeitsstelle und widmete sich Vollzeit der Schriftstellerei, da sie täglich rund 9.000 Exemplare ihres Buches verkaufen konnte und in kürzester Zeit zur Millionärin wurde.

Ähnlich erging es auch Anna Todd: Sie schrieb auf Wattpad eine Fanfiction über die Boyband One Direction. Ihre After-Serie wurde schnell so beliebt, dass sich eines der größten englischen Verlagshäuser, Simon & Schuster, für das Manuskript interessierte und es – nach Namensänderung natürlich – zu einem weltweiten Bestseller machte.

Beide Beispiele erwecken in jedem Schreiberling die Hoffnung, dass man es via Wattpad oder auf Amazon tatsächlich schaffen kann, richtig, richtig viel Geld zu verdienen. Doch natürlich sind solche märchenhaften Geschichten den wenigsten gegönnt und so stellt sich nach der Ernüchterung die Frage: Kann ich tatsächlich mit eBooks auf Amazon Geld verdienen?

Die Antwort darauf lautet: Ja, natürlich. Doch den Lebensunterhalt nur davon bestreiten zu wollen, wird schwierig. Der Vorteil des Self-Publishing ist, dass man nicht hunderte Anfragen an Agenten oder Verlage schicken muss, nur um dann ausschließlich Absagen zu erhalten, die das eigene Selbstbewusstsein zerstören. Der Nachteil auf der anderen Seite besteht darin, dass eBooks generell zu deutlich günstigeren Preisen als gedruckte Bücher angeboten werden und gerade selbst publizierte Bücher noch einmal deutlich billiger verkauft werden müssen. Man verdient also an jedem verkauften Exemplar mehr oder minder nichts.

Instagram 1Amazon bietet mit dem Kindle Direct Publishing (KDP) eine sehr leichte Möglichkeit, eigene Texte auf den Markt zu bringen. Nachdem man sich durch ein langes Formular voller Juristen-Sprech gequält hat (Steuern sind nicht auf die leichte Schulter zu nehmen), braucht man lediglich einen Titel, Kategorien, ein Titelbild und den eigentlichen Text – und schon kann man theoretisch auf Veröffentlichen klicken und zusehen, wie das Buch gekauft wird. Oder eben auch nicht.

In einer Welt, wo publizieren so leicht gemacht wird, tritt man augenblicklich gegen tausende Konkurrenten an. Die kalte Tatsache ist: Niemand wartet auf dein Buch. Egal, wie gut du schreiben kannst, wie genial dein Plot, wie faszinierend deine Charaktere, niemand wird dir irgendetwas schenken. Wenn man also tatsächlich auch nur ein einziges Exemplar verkaufen möchte, muss man selbst aktiv werden, d.h. Werbung machen. Es ist nicht jedem Menschen gegeben, mit Leichtigkeit das Scheinwerferlicht auf sich selbst zu richten, um Leser, die sich eigentlich gar nicht dafür interessieren, etwas über das eigene Werk zu erzählen. Doch da einem Autor im Self-Publishing die üblichen Marketing-Methoden der großen Verlagshäuser verschlossen bleiben, ist genau das von Nöten: Nutze die Sozialen Netzwerke, erzähle deinen Freunden und deiner Familie von deinem eigenen Buch, mobilisiere Bekannte, dass sie Rezensionen verfassen.

Die Macht der Sozialen Netzwerke sollte in der heutigen Zeit nicht unterschätzt werden. Was früher hauptsächlich über Mailing-Listen geschah, findet nun bei Twitter, Facebook, Instagram und Co statt. Wenn man bereits eine eigene Facebook-Seite hat, kann man seinen Followern dort über das eigene Buch informieren. Auch Instagram bietet interessante Möglichkeiten, z. B. indem man ein Zitat aus dem Buch als schönes Bild verpackt postet mit einem Link zu Amazon. Beinahe am leichtesten jedoch erscheint mir Twitter, da dort mit einem einzigen Klick auf Retweeten die Nachricht über das erste eigene Buch von Follower zu Follower geteilt werden kann. So verbreitet sich das Buch immer weiter, bis es schließlich Menschen erreicht, die den Autor gar nicht kennen.

Wer bei Wattpad oder auf einer anderen Schreib-Plattform aktiv ist, kann dort ebenfalls interessierte Käufer finden. Am Ende darf man nie vergessen, dass Autoren-Gemeinschaften geprägt sind von Unterstützung und gegenseitiger Anteilnahme. Jeder möchte es schaffen, und jeder ist deswegen interessiert daran, anderen zu helfen, in der Annahme, dass einem selbst später auch geholfen wird.

Das Fazit ist also: Nur, wer auch nach der ersten Veröffentlichung seiner Geschichte als eBook dranbleibt, Werbung macht und sich aktiv darum kümmert, dass immer mehr Menschen sich für das Buch interessieren, wird am Ende des Tages ein wenig Geld damit machen. Zum Millionär wird man so nicht – auch wenn einzelne Ausnahmen sich glücklich schätzen können -, und auch den Lebensunterhalt wird man damit nicht von Anfang an bestreiten können. Doch wenn man beharrlich bleibt, konstant neue Bücher veröffentlicht und jede Menge Schweiß in Marketing steckt, kann das Self-Publishing zumindest zu einem zweiten Standbein im Leben werden.

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